Bei der individuellen CNC-Fertigung wird ein freigegebener Entwurf durch eine kontrollierte Abfolge von Zeichnungsprüfung, Prozessplanung, Materialvorbereitung, Bearbeitung, weiteren Arbeitsgängen, Prüfung und Freigabe in Bauteile umgesetzt. Der geeignete Ablauf hängt von Geometrie, Werkstoff, Menge, Toleranzen, Oberflächenanforderungen und den vom Käufer benötigten Nachweisen ab. Keine einzelne Maschine, Toleranz oder Lieferzeit gilt für jedes Projekt.
1. Vollständige Anfrageunterlagen zusammenstellen
Zu einer aussagekräftigen Angebotsanfrage (RFQ) gehören normalerweise das aktuelle 3D-Modell und die 2D-Zeichnung, Revisionsstand, Einheiten, Werkstoffsorte und -zustand, Menge, gewünschtes Lieferzeitfenster sowie Anforderungen an Oberflächenbehandlung, Kennzeichnung, Verpackung und Prüfung. Kennzeichnen Sie kritische Merkmale und erläutern Sie deren Funktion, wenn dies für Fertigung oder Messung relevant ist.
Legen Sie fest, welches Dokument bei Widersprüchen zwischen Modell und Zeichnung maßgeblich ist. Sind Alternativen zulässig, muss klar sein, wer sie freigeben darf. Fehlende Angaben sind als Annahmen oder offene Fragen festzuhalten, statt sie vom Lieferanten stillschweigend auslegen zu lassen.
2. Die Konstruktion auf Fertigungsgerechtheit prüfen
Die DFM-Prüfung berücksichtigt Werkzeugzugänglichkeit, Innenradien, Taschentiefe, dünne Wände, Bohrungstiefe, Gewindeform, Bezugssystem, Werkstückspannung und Anzahl der Aufspannungen. Ziel ist es, Risiken und mögliche Vereinfachungen zu erkennen und dabei die geforderte Funktion zu erhalten. Eine vorgeschlagene Änderung ist erst gültig, wenn der Käufer sie im Hinblick auf die Konstruktionsabsicht freigegeben hat.
3. Werkstoff und Umfang der Rückverfolgbarkeit bestätigen
Der Bearbeitungsplan muss die festgelegte Werkstoffsorte, den Zustand und die anzuwendende Norm berücksichtigen. Käufer sollten angeben, ob Lieferantendokumente, Schmelzen- oder Chargenkennzeichnung, unabhängige Prüfungen oder andere Aufzeichnungen erforderlich sind. Werkstoffdokumentation und bauteilspezifische Prüfergebnisse dienen unterschiedlichen Zwecken und sind nicht austauschbar.
4. Verfahren und Aufspannstrategie auswählen
Je nach Geometrie und Anforderungen kommen Fräsen, Drehen, Bohren, Ausdrehen, Schleifen, Funkenerosion (EDM) oder Kombinationen infrage. Mehrachsige Bearbeitung kann manche Aufspannungen reduzieren, ist aber nicht automatisch die risikoärmste oder kostengünstigste Lösung. Maschine, Werkzeuge, Werkstückspannung und Bearbeitungsfolge müssen anhand des konkreten Bauteils festgelegt werden.
Vor der Fertigung sollte der Lieferant kritische Annahmen zur Aufspannung, durch Werkzeugreichweite oder -durchbiegung beeinflusste Merkmale sowie nachgelagerte Verfahren benennen, die Maße oder Oberflächenzustand verändern können.
5. Erstteil und laufende Fertigung kontrollieren
Bei der anfänglichen Einrichtprüfung wird kontrolliert, ob Revisionsstand, Werkstoff, Programm, Werkzeuge, Bezüge und Messverfahren dem freigegebenen Plan entsprechen. Fertigungsbegleitende Prüfungen sollten sich auf Merkmale konzentrieren, die durch Werkzeugverschleiß, Temperatur, Verformung, Umspannen oder externe Bearbeitung abweichen können. Prüfhäufigkeit und Reaktionsplan richten sich nach dem Bauteilrisiko und dem vereinbarten Qualitätsplan.
6. Oberflächenbehandlung und weitere Arbeitsgänge koordinieren
Entgraten, Wärmebehandlung, Eloxieren, Passivieren, galvanische Behandlung, Beschichten, Strahlen, Polieren und Montage können Maße, Kanten, Erscheinungsbild und Sauberkeit beeinflussen. Zeichnungen sollten Maskierungen, Maße im Endzustand und optische Abnahmekriterien festlegen. Bei ausgelagerten Verfahren sind die Verantwortlichkeiten für Spezifikationen, Aufzeichnungen und Endabnahme zu definieren.
7. Nach vereinbarten Anforderungen prüfen und freigeben
Das Prüfverfahren muss das spezifizierte Merkmal bewerten können. Je nach Geometrie und Messunsicherheit kann der Plan konventionelle Messmittel, optische Geräte, Oberflächen- oder Koordinatenmessungen kombinieren. Käufer sollten kritische Merkmale, Stichprobenumfang, Berichtsformat und erforderliche Erstteil- oder Werkstoffnachweise vor der Angebotserstellung festlegen.
Ein Managementsystemzertifikat ersetzt keine bauteilspezifischen Nachweise. Eine allgemeine Prüfaussage belegt nicht, dass jedes Maß geprüft wurde. Angebot und Bestellung sollten genau angeben, welche Dokumente der Lieferung beiliegen.
8. Verpacken, versenden und vereinbarte Aufzeichnungen aufbewahren
Die Verpackung sollte den fertigen Zustand schützen und Korrosion, Stöße, Abrieb, Sauberkeit und Kennzeichnung berücksichtigen. Die Freigabeunterlagen müssen dem vertraglichen Umfang entsprechen. Aufbewahrung, Revisionskontrolle und Zugriff sind zu vereinbaren, soweit sie für den Käufer relevant sind.
Häufige Fragen
Welche Toleranz lässt sich bei individueller CNC-Fertigung erreichen?
Es gibt keinen universellen Wert. Erreichbare Toleranzen hängen von Werkstoffstabilität, Merkmalsgröße, Geometrie, Aufspannung, Maschinen- und Werkzeugzustand, Temperaturführung und Messverfahren ab. Reichen Sie die Zeichnung ein, damit kritische Maße einzeln bewertet werden können.
Wie lange dauert ein individuelles CNC-Projekt?
Die Lieferzeit hängt von Materialverfügbarkeit, Menge, Programmierung, Werkzeugen, Einrichtung, Prüfung, weiteren Bearbeitungsschritten und Freigaben ab. Ein Terminplan sollte erst nach Prüfung dieser Angaben angeboten werden.
Welche Dateien werden benötigt?
STEP oder ein anderes vereinbartes 3D-Austauschformat eignet sich für die Geometrie. Eine revisionskontrollierte 2D-Zeichnung als PDF sollte Toleranzen, Bezüge, Hinweise, Oberflächenanforderungen und Abnahmekriterien enthalten. Native Dateien können angefordert werden, wenn sie zur Klärung der Konstruktionsabsicht nötig sind.
Kann ein Verfahren Prototypen und Wiederholaufträge abdecken?
Ja, doch bevorzugte Werkstückspannung, Programmierung, Prüfung und Dokumentation können sich mit Menge und Wiederholhäufigkeit ändern. Geben Sie in der RFQ sowohl die unmittelbar benötigte Menge als auch das erwartete Bestellmuster an.
Übermitteln Sie aktuelle Dateien und Anforderungen über das RFQ-Formular. Machbarkeit, Toleranz, Dokumentation, Preis und Lieferung werden nur für den geprüften Projektumfang bestätigt.
