Buchsen in Robotergelenken können Passung, Rotationsausrichtung, Verschleiß, Geräusche und Wartbarkeit beeinflussen. Eine sinnvolle Bearbeitungsprüfung beginnt deshalb mit der Funktion der Baugruppe und den Zeichnungsanforderungen – nicht mit einer pauschalen Toleranz oder einem allgemeinen Prozessversprechen. Werkstoff, Geometrie, Gegenstücke, Belastung, Schmierung, Umgebung und Prüfverfahren beeinflussen den Fertigungsablauf.
Angaben vor der Angebotserstellung
Stellen Sie die aktuelle 2D-Zeichnung und das 3D-Modell bereit und legen Sie fest, welches Dokument bei Abweichungen maßgeblich ist. Kennzeichnen Sie Lager- oder Wellenschnittstellen, das Bezugssystem, Passungen, geometrische Toleranzen, Oberflächenanforderungen und Sichtflächen. Geben Sie Werkstoffsorte und Zustand, Wärmebehandlung, Beschichtung oder Oberflächenbehandlung, Prototypen- und Serienmengen sowie benötigte Prüfaufzeichnungen an.
Legen Sie nicht für jedes Merkmal denselben engen Toleranzwert fest. Der Lieferant sollte wissen, welche Durchmesser, Flächen oder Bezugsbeziehungen für die Gelenkfunktion entscheidend sind und für welche Maße eine Allgemeintoleranz genügt. Diese Unterscheidung ermöglicht eine realistischere Prozess- und Prüfplanung.
Typischer Ablauf der Prozessplanung
- Zeichnungs- und Risikoprüfung: Versionskonflikte, unvollständige Bezüge, unzugängliche Merkmale und unklare Abnahmekriterien klären.
- Werkstoff- und Rohteilplanung: Sorte, Zustand, Halbzeugform, Umfang der Rückverfolgbarkeit und gegebenenfalls freigegebene Alternativen bestätigen.
- Spann- und Bezugsstrategie: planen, wie kritische Bohrungen, Außendurchmesser und Flächen über mehrere Aufspannungen hinweg zueinander ausgerichtet werden.
- Schruppbearbeitung: geeignete Aufmaße für die Endbearbeitung vorsehen und das Verzugsrisiko anhand von Werkstoff, Wanddicke und Geometrie berücksichtigen.
- Endbearbeitung: Drehen, Ausdrehen, Fräsen, Schleifen oder ein anderes geeignetes Verfahren entsprechend der vorgegebenen Geometrie und Oberfläche auswählen.
- Nachgelagerte Prozesse: Wärmebehandlung, Entgraten, Beschichten, Passivieren oder andere vorgeschriebene Arbeitsgänge mit Endmaßen und Abdeckanforderungen abstimmen.
- Prüfung und Freigabe: vereinbarte kritische Merkmale mit einem geeigneten Verfahren messen und nur die im Angebot oder Auftrag enthaltenen Aufzeichnungen erstellen.
Prüffragen für eine Roboterbuchse
Die Zeichnung sollte die funktionalen Beziehungen messbar definieren. Je nach Konstruktion kann die Prüfung Bohrungsmaß, Rundheit, Zylindrizität, Rundlauf, konzentrische oder koaxiale Beziehungen, Rechtwinkligkeit, Lage von Stirnflächen und Oberflächenbeschaffenheit umfassen. Messgerät, Bezugsnachbildung, Stichprobenumfang und Berichtsformat sollten vor Produktionsbeginn vereinbart werden.
Eine Koordinatenmessmaschine (CMM) ist nicht automatisch für jedes Merkmal das richtige Werkzeug. Innenmessgeräte, pneumatische Messgeräte, Rundheitsmessgeräte, Profilometer oder spezielle Prüfvorrichtungen können für bestimmte Merkmale geeigneter sein. Das Prüfverfahren muss zu Toleranz, Geometrie und Zugänglichkeit passen.
Fragen für den Einkauf
- Welche Maße und geometrischen Toleranzen sind funktionskritisch?
- Welcher Werkstoffzustand und welche Nachbearbeitungsschritte sind erforderlich?
- Wie bleiben die Bezugsbeziehungen zwischen den Aufspannungen erhalten?
- Welche Merkmale benötigen eine Erstteil-, Zwischen- oder Endprüfung?
- Welcher Stichprobenumfang und welche Prüfunterlagen werden benötigt?
- Welche Annahmen können Machbarkeit, Preis oder Lieferzeit verändern?
Nutzen Sie das RFQ-Formular, um die aktuelle Zeichnung, die Menge und die erforderlichen Nachweise einzureichen. Machbarkeit, Verfahren, Prüfumfang, Preis und Terminplan müssen vor Auftragsannahme für das konkrete Projekt bestätigt werden.
